Über uns

Wir sind ein Sozialunternehmen, das künstlerisch arbeitet, um den Nahrungsmittelanbau in der Stadt zu fördern. Wir übersetzen Bewusstseinsprozesse in aktive Umgestaltungsprozesse – immer in Bezug zu den lokalen, urbanen und sozialen Gegebenheiten.

Komm’ in unser Team!

Wir suchen immer wieder Übungsleiter*innen für Projekte mit Kindern und Jugendlichen und freie Honorarkräfte aus den Bereichen Naturpädagogik und kulturelle Bildung. Stelle dich uns vor!

Unsere FÖJ-Stelle 2026/27 ist bereits besetzt.

Mache ein Praktikum bei uns oder engagiere dich ehrenamtlich am
Lernort frog

Ein Portrait der beiden Geschäftsführerinnen von Urbane Gärten Karlsruhe.
Lena Widmann und Carmen Donet Garcia / Geschäftsführung

aus dem Garten ins Sozialunternehmen

Urbane Gärten Karlsruhe gGmbH haben wir im Januar 2021 gegründet. Wir verbinden darin unsere langjährigen Erfahrungen in partizipativer Kunst, naturnaher Gartenpraxis und strategischem Design mit unserem Engagement für soziale und ökologische Projekte.

Wir sehen unsere Verantwortung für die Zukunft angesichts wachsender gesellschaftlicher Herausforderungen und möchten notwendige Veränderungen mitgestalten.

Ammar / FÖJ

Hallo! Mein Name ist Ammar. Ich bin 19 Jahre alt und beschäftige mich hier vor allem mit dem Gärtnern — mit großem Interesse am Bäume pflanzen. Ich habe zuerst als ehrenamtlicher Helfer und Übungsleiter angefangen und mache jetzt ein Freiwilliges ökologisches Jahr.
Es macht mir Freude, in der Natur zu arbeiten und zur nachhaltigen Gestaltung beizutragen!

In meiner Freizeit treffe ich mich gerne mit Freunden, lese Bücher und verbringe Zeit draußen in der Natur.
In Zukunft möchte ich eine Ausbildung machen, um meine Kenntnisse in der Landwirtschaft weiter zu vertiefen.

Portrait Werkstudent
Luca / Werkstudent

Hi, ich bin Luca, 26 Jahre alt und aktuell als Werkstudent bei Urbane Gärten Karlsruhe tätig. Nebenbei studiere ich Kommunikationsdesign an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe, wo ich mich intensiv mit visueller Gestaltung, Kommunikation und konzeptioneller Arbeit auseinandersetze.

Ein besonderer Schwerpunkt meines Studiums liegt auf der Entwicklung eigener Buchprojekte – von der ersten Idee über die inhaltliche Konzeption bis hin zur gestalterischen und handwerklichen Umsetzung. Mich interessiert dabei vor allem, wie Inhalte durch Typografie, Bildsprache und Materialität eine eigene Wirkung entfalten und als Gesamtobjekt erlebbar werden. In meiner Arbeit lege ich Wert auf eine klare visuelle Sprache, konzeptionelle Tiefe und eine authentische Gestaltung.

Unsere Praktiken

Wir produzieren städtische Erde

Dazu arbeiten wir mit Abermillionen Mikroorganismen und Bodenlebewesen zusammen. Wir bereiten ihnen beste Bedingungen. Und sie zerkleinern und zersetzen Stoffe, die so zu Nährstoffen werden.

Wir werten anders

Besonders wichtig sind uns lokale Kreisläufe, die vorhandene Energien wirksam nutzen. Wirtschaftlich ist, was auch sozio-ökologische und kulturelle Werte positiv einrechnet. So gestalten wir eine lebenswerte Zukunft mit.

Wir zeichnen neue Verbindungslinien

Wir stärken persönliche Verbindungen zwischen Menschen und Erde. Wir bilden und begleiten Gemeinschaften und Netzwerke. Dabei behalten wir den Überblick über globale Zusammenhänge. Und so kommen Ideen zur Umsetzung, so werden Abfälle zu Wertstoffen, so schaffen wir produktive Regeneration.

Wir denken und arbeiten in unserer "Werkstatt für alles Mögliche“

Die Werkstatt für alles Mögliche kann überall und jederzeit sein. In ihr erfinden und nutzen wir Werkzeuge, mit denen wir an passenden Lösungen für das arbeiten, was auf den ersten Blick unfassbar scheint: der Klimawandel. Unsere Baupläne teilen wir mit euch.

Wir ermutigen und befähigen möglichst viele

Durch Beobachtung, Austausch und Ausprobieren lernen wir gemeinsam und überwinden Barrieren. Mit einfachen Aktionen fassen wir den Mut, die nächstmöglichen Schritte und noch weiter zu gehen.

Wir gestalten gerne dazwischen

Wir erweitern Ränder, um mehr Anknüpfungspunkte zu schaffen und sind mittendrin im Geschehen. Zwischen Disziplinen können wir systemische Lösungen für den Nahrungsmittelanbau in der Stadt finden. Statt auf High-Tech setzen wir auf Kommunikation und Kreativität. Wir laden ein zum Mitgestalten.

Wir erzählen Schichten

Wir finden Geschichten, die uns den spielerischen Umgang mit den Herausforderungen des Klimawandels zeigen. Beim Schichten von Kompost, Mulch oder Pflanzengemeinschaften tauschen wir Erfahrungen aus. Schicht für Schicht wird bewusst, was andere Lebewesen uns erzählen.

Wir sind aktiv

Wir wissen, dass dringendes Handeln notwendig ist, um unsere menschengemachten Probleme zu lösen. Deshalb machen wir positive „Schichtarbeit“ und befähigen andere, aktiv zu werden. Und oft tun wir einfach mal nichts. Wir lassen all die Lebewesen machen. Erstaunlich wie nachhaltig sie aktiv sind!

Wir kultivieren Gemüse-Gesellschaften

Raum ist ein knappes Gut in der Stadt. Gleichzeitig sind wir viele, die auf wenig Raum miteinander auskommen. Wir möchten diese Umstände optimal nutzen, aber niemanden ausnutzen. Also schichten wir Höhen, Funktionen, Reihenfolgen, Zeiten, Verbindungen, …

Was uns antreibt...

Bei unserer Arbeit in Schulen, Vereinen und anderen Gruppen sammelten wir umfangreiche und vielseitige Erfahrung im Bereich der Vermittlung und setzen diese insbesondere an der Schnittstelle von Kunst, Bildung und Nachhaltigkeit ein.

Eine Grafik, die Ölfunge und deren Förderung seit 1930 zeigt. Daraus wird klar, dass das Ölfördermaximum bereits erreicht ist und wir mit hohem Aufwand und zerstörerischen Folgen von einer schwindenden Ressource zehren.
Fig 1: Ölfunde von 1930 bis 2050 und Förderung bis 2006, Quelle: ASPO

Vor der Gestaltung großer Veränderungen stehen oft erstmal Bewusstseinsprozesse an, die es zu begleiten gilt. Schauen wir uns die Zahlen zum Ölfördermaximum an (Fig. 1), ist absehbar, dass die Kosten für Lebensmittel steigen. Denn in der industriellen Landwirtschaft ist die Produktion (Maschinen, Düngemittel,Transporte) vorwiegen von Erdöl-Energie abhängig. Die Funde neuer Erdöl-Vorkommen nehmen seit 50 Jahren ab, während die Förderung mit aufwändigeren und gefährlicheren Verfahren weiter steigt. Das hat keine Zukunft. Stattdessen möchten wir gesunde Ernährung — gesund für Mensch und Planet — in Form einer "essbaren Stadt".

Eine essbare Stadt ist auch eine soziale Stadt. In dicht besiedelten und stark versiegelten Stadtteilen wird es immer heißer (Fig. 2). Außerdem steigt die Anzahl der Hitzetage kontinuierlich an und Karlsruhe liegt weit über dem Durchschnitt in Deutschland (Fig. 3). Das macht vielen Menschen in unserer Gesellschaft gesundheitlich zu schaffen, insbesondere Kleinkindern, Chronisch-Kranken und Älteren.

Die Stadtkarte von Karlsruhe zeigt die übermäßige Hitzebelastung im versiegelten Innenstadtbereich.
Fig. 2: Climate zone classification map of Karlsruhe’s urban districts (cartography: Volker Schniepp).
Eine Grafik, die zeigt, wie die Anzahl der Hitzetage in Deutschland kontinuierlich steigt. Im Mittel haben sich die Hitzetage seit 1951 verdoppelt. Karlsruhe hatte 2022 sogar 50 Hitztage
Fig. 3: nachgezeichnete und ergänzte Grafik des Umweltbundesamtes mit Daten des Deutschen Wetterdienstes

Eine essbare Stadt Karlsruhe ermöglicht viele Verbesserungen gleichzeitig: Mit essbarem Grün können wir entsieglen, Boden aufbauen, Biodiversität erhöhen, das Mikroklima verbessern, Wertschöpfungsketten erweitern und Stoffkreisläufe schließen, Emissionen reduzieren, frischer und gesünder essen, kulturelle Teilhabe genießen, und und und.

Besonders finde ich den künstlerischen und vermittelnden Ansatz beim urbanen Gärtnern. Hier geht’s ums „große Ganze“, Mensch – Natur – Kultur. Lena und Carmen bringen viel mehr mit als botanisches Fachwissen!

Yella Hoepfner - Hoepfner Stiftung Karlsruhe

Presse

Heute blicken wir zwei Jahre zurück auf die Anfangszeit der Werkstatt für alles Mögliche, die bis heute unser Herzensprojekt ist. Von 2022–2023 wurde sie erstmalig im Rahmen des Programms „Weiterkommen“ des Zentrums für Kulturelle Teilhabe Baden-Württemberg realisiert. Nun ist der Film dazu öffentlich verfügbar — schau ihn dir an!

Das miteinander Magazin der Stadtwerke Karlsruhe hat im Heft mit dem Titelthema Engagement auch uns interviewt. Wir freuen uns sehr, zusammen mit den anderen interviewten Engagierten Einblick in die Vielfalt der sozialen Bedarfe und Engagementmöglichkeiten in Karlsruhe zu geben. Wer sich näher fürs Mitmachen bei uns interessiert, nimmt am besten gleich Kontakt auf.

Quellen:

Fig. 1: Association for Peak-Oil Studies
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Olfunde.png

Fig. 2: Climate zone classification map of Karlsruhe’s urban districts (cartography: Volker Schniepp).
Quelle: Kramer, C.; Wagner, M. Enhancing Urban Sustainable Indicators in a German City—Towards Human-Centered Measurements for Sustainable Urban Planning. World
2020, 1, 104-123. https://doi.org/10.3390/world1020009

Fig. 3: Umweltbundesamt: Anzahl der Tage mit einem Lufttemperatur-Maximum über 30 Grad Celsius https://www.umweltbundesamt.de/bild/anzahl-der-tage-einem-lufttemperatur-maximum-ueber